Die besondere Geschenkidee

Ihr sucht ein nachhaltiges und einmaliges Geschenk für Eure Lieben? Dann ist die VielPfalz-Versteigerung von sechs Original-Motiven, die den richtigen Umgang mit der Natur auf charmante Weise darstellen, genau das Richtige für Euch!
Der Erlös aus der Versteigerung wird für das Erweitern des Streuobstwiesenprojektes in Maikammer gespendet.
 
Alle Informationen zu den Motiven und der Versteigerung findet Ihr auf www.vielpfalz.de/artikel/versteigerung

Was ist los in Maikammer?

Auf unserer Webseite finden Sie alle relevanten Informationen über Maikammer. Sämtliche Daten und Fakten unserer schönen Ortsgemeinde; Sie erfahren alles über Wein, Kultur und Erleben, können direkt Zimmer buchen, ihr Lieblingslokal oder den Winzer ihres Geschmacks finden. Auch wichtige Informationen aus dem Rathaus oder über die öffentlichen Einrichtungen erhalten Sie hier.

Und um noch vielseitiger informieren zu können, berichten wir in diesem Blog von Zeit zu Zeit über besondere Highlights, Aktionen oder Events. Als Video- oder Audiobeitrag oder als kompakte Text-Bild-Information damit Sie immer wissen, was in Maikammer los ist.


Neue Heimat für die Insektenwelt

 

Maikammer lebt die Cittaslow-Ziele (1): Ein zentraler Punkt ist dabei, die Vielfalt von Fauna und Flora zu schützen. Künftig soll nicht nur die Schönheit der Landschaft aufgezeigt, sondern auch deren charakteristische Eigenarten noch stärker bewahrt oder zurückgeholt werden.

 

Natur ist nicht gleich Natur. Der fließende Übergang zwischen Weinbergen und Wald sorgt für eine ganz besondere Kulturlandschaft an der Deutschen Weinstraße. Über die Jahrzehnte hat der Mensch durch seine Eingriffe jedoch bewusst und unbewusst dafür gesorgt, dass hier manches verloren ging. So sind sowohl in der Agrarlandschaft als auch im Siedlungsbereich eine Vielzahl von Flächen entstanden, die praktisch nutzlos wurden. Es geht um Randbereiche der Weinberge, um Flächen links und rechts der Wirtschaftswege, um Straßenbegleitgrün oder Verkehrsinseln. Diese alle werden, weil sie einfach vorhanden sind, als Eh-da-Flächen bezeichnet. In Maikammer nimmt man sich dieser nun gezielt an.

„Wir wollen der Insektenwelt Möglichkeiten bieten, sich wieder zu vermehren“, erläutert Maikammers Beigeordneter Klaus Humm, warum man blüten- und kleinstrukturreiche Lebensräume entstehen lässt. Diese hätten darüber hinaus noch einen doppelten zusätzlichen Positiv-Effekt. Zum einen sehe es schön aus, wenn es auf den Eh-da-Flächen grünt und blüht. Zum anderen habe die Gemeinde weniger Pflegedurchgänge zu absolvieren. „Wenn Bürger fragen, ob wir kein Geld mehr zum Mähen haben, müssen wir erklären, dass hier ein für uns wichtiger Lebensraum entsteht“, betont Humm. Auf Infotafeln sollen Bürger und Touristen über die nachhaltigen Hintergründe informiert werden.

„Das neue Schön in unserer Kulturlandschaft wird in der Zukunft anders aussehen als in der Vergangenheit“, ist sich Humm sicher. Die Zeit für Flächen, auf denen immer alles akkurat aussieht und glattgezogen wird, sei endgültig vorbei, erklärt er. Nur so lasse sich der fortschreitende Verlust an Arten eindämmen und wieder eine größere Vielfalt an Wildbienen und anderen Insekten erreichen. Dafür müsse nicht überall etwas gesät werden, weil die Natur vieles selbst mache. Auch hier gelte, so Humm, wie in der Kellerwirtschaft des Weinbaus die goldene Regel: „Kontrolliertes Nichtstun ist besser als Aktionismus.“

 

„Wieder Fülle ins Spiel bringen“

 

Maikammer lebt die Cittaslow-Ziele (2): Die Pflege regionaler Besonderheiten, der Erhalt regionaltypischer Produkte und deren Direktvermarktung auf kurzen Wegen sind ein wichtiger Teil davon. Viele Menschen engagieren sich dafür.

 

„Es wäre wunderschön, wenn wir die Natur anschubsen könnten und sich wieder ein gesundes Gleichgewicht einstellt.“ So beschreibt der Pfälzer Plantsman Peter Straub das übergeordnete Ziel einer Reihe von Projekten zur Landschaftspflege in Maikammer. Straub unterstützt die Gemeinde dabei als Berater. Im Mittelpunkt stehen das Pflanzen von hochstämmigem Wildobst, heimischen Sträuchern und Stauden sowie das Anlegen von Einsaatbereichen. „Große Bedeutung hat es auch dafür zu sorgen, dass in den Wingerten durch die Begrünung wieder die Geophyten wachsen, die es früher gab“, ergänzt Straub. Mit einer vielfältigen Flora einher gehe außerdem, dass auch die Fauna breiter werde. Denn die Pflanzen sind Brut- und Rückzugsraum für viele Arten und nicht zuletzt Nahrung für zahlreiche Tiere.

Mit der Wiederbelebung von Streuobstwiesen kommt, so Straub, „wieder Fülle ins Spiel“. Früher habe es in der Region schließlich nicht nur Weinberge gegeben, sondern zum Beispiel Äpfel, Birnen oder Kirschen, die der Obstbauverein vermarktet hat. Die Wiederansiedlung der Obstsorten sei nicht nur eine Rückkehr zur Natur, sondern setze auch voraus, dass man sich um diese Kulturlandschaft kümmere. So müssen Apfelbäume zum Beispiel geschnitten oder das Obst verwertet werden. „Hier bieten sich Naturpädagogikprojekte an, bei denen Obst gesammelt und Saft hergestellt wird“, beschreibt Straub Lösungsansätze. Weitere Ideen sind Wildkräutersammlungen oder die Herstellung von regionalen Pestos.

Auch Winzer Erich Stachel kümmert sich um verschiedene Streuobstwiesen. Aus den ungespritzten Äpfeln, Birnen und Kirschen stellt er hochwertige Brände her. Für Stachel ist das regionale Produkt Schnaps aber nur die eine Seite. Auf der anderen denkt er an einen Streuobstwiesen-Lehrpfad, der die Bedeutung dieser Form der Kulturlandschaft erläutert. Damit diese offengehalten wird, engagieren sich zahlreiche Helfer. Stefanie Funk setzt dabei noch dazu auf vierbeinige Unterstützung. Insgesamt 16 Buren-Ziegen hält sie, die von Fläche zu Fläche ziehen. „Die Tiere fressen sogar Brombeeren“, erklärt Funk, der das nützliche Hobby mit der „menschenbezogenen Rasse viel Spaß macht“. An anderer Stelle hat sie auch Heidschnucken „im Einsatz“, die Weiden für Pferde freihalten.

Neben den Streuobstwiesen nimmt man in Maikammer das Pflanzen heimischer Hölzer in den Blick, die Extrembedingungen besser standhalten können. „Die Natur ist sehr hilfsbedürftig und die Klimaentwicklung geht ja weiter“, nennt Plantsman Straub Gründe dafür. Gut geeignet sei die Esskastanie. „Wir werden aber wohl auch französischen Ahorn anpflanzen müssen“, nennt Straub eine weitere Pflanze, die Wärme und Trockenheit besser ertragen kann. Bei den Maßnahmen ist daran gedacht, Bürger zu beteiligen. Straub ist damit wieder beim Anschubsen, denn „am Ende macht es Mutter Natur am besten“.  

 

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